Sixt Stationen weltweit - Autovermietung Sixt

Wie alles begann

Kleine Anfänge

Martin Sixt gründete 1912 mit nur drei Fahrzeugen der Marken Mercedes und Luxus-Deutz-Landaulet das Unternehmen "Sixt Autofahrten und Selbstfahrer". Die erste Autovermietung Deutschlands war geboren. Zum Angebot gehörten Tagesreisen und Sonderfahrten für einen reichen Kundenkreis adeliger Engländer und solventer Amerikaner. Zu Beginn des ersten Weltkrieges erlitt das nur 2 Jahre alte Unternehmen einen herben Schlag: Alle Fahrzeuge wurden vom Militär konfisziert und die Fahrer wurden dem Generalkommando des deutschen Heeres unterstellt.

Fünf Jahre später kaufte Martin Sixt ein Anwesen in der Seitzstraße 11 in München, wo sich noch heute eine der gefragtesten Sixt Station in der bayerischen Landeshauptstadt befindet. Die Fährnisse des Krieges schienen überwunden. 1927 fand der erste Führungswechsel statt. Martin Sixt übertrug seinem Neffen Hans das Unternehmen. Die Flotte wuchs stetig und verfügte nun über einen 8-Zylinder-Isotta-Frascini und den 6-Zylinder-Renault. Ab 1929 jedoch kamen nur noch Fahrzeuge der Marke Mercedes zum Einsatz, da die Ersatzteillieferung ausländischer Fabrikate stark eingeschränkt war.

Einen wirtschaftlichen Tiefpunkt erlebte das Familienunternehmen 1938, als der Wirtschaftsboykott Nazideutschlands seitens früherer Verbündeter die Reise- und Leihwagenbranche finanziell einbrechen ließ. Ein Jahr später wurden zu allem Überfluss alle Sixt-Mietfahrzeuge erneut konfisziert. Martin Sixt versuchte zu retten, was er konnte und versteckte ein Fahrzeug in einer Scheune des Familienanwesens in Oberbayern vor der Wehrmacht, das die Kriegswirren dort tatsächlich heil überstand. Es handelte sich um einen siebensitzigen Mercedes 230 Landaulet, mit dem Hans Sixt nach dem Krieg begann, das Familienunternehmen wieder aufzubauen. Bessere Zeiten erlebte der Firmengründer nicht mehr: Er musste mitansehen, wie sein Wohn- und Geschäftshaus bei einem Angriff der Alliierten in Flammen aufging und verstarb 1945, zu Ende des Krieges.

Auf dem Weg an die Spitze

Doch die Familie gab nicht auf: Ein Jahr nach der Wiederaufnahme der Geschäfte kamen erstmals Chauffeurlimousinen zum Einsatz, u. a. Ein Mercedes 230 Landaulet. Diese Fahrzeuge wurden zum Aufbau einer Taxiflotte hauptsächlich für Angehörige der US-Armee genutzt. 1948 hatte Hans Sixt eine bahnbrechende Idee: Er ließ Funkgeräte aus den Vereinigten Staaten importieren und machte Sixt so zum ersten Unternehmen, das in München Funktaxen anbieten konnte. 1951 gründete Hans Sixt dann die Autovermietung "Auto Sixt". In den Folgejahren wuchs das Unternehmen, was unter anderem Hans Sixts gutem Kontakt zu den Amerikanern zu verdanken war ? hier halfen ihm sein fließendes Englisch und die Kontakte, die er zu amerikanischen Offizieren in der Nachkriegszeit geknüpft hatte. So war es ihm möglich, sich mit amerikanischen Autovermietern auszutauschen, die zur damaligen Zeit mehr Know-How besaßen.

1962 hatte er eine Idee, die von seinem ausgeprägten Unternehmergeist zeugte und zugleich den Drang zur Innovation zeigte, den Sixt heute noch ausmacht: Er wollte, dass PKWs überall in Europa zu einem Einheitspreis von damals 20 DM pro Tag anmietbar sein sollten. Dieses Angebot wurde von der Bevölkerung begeistert angenommen, besonders die Reservierungen von Amerikanern türmten sich in der Firmenzentrale. Nur: Die Firma Sixt hatte bis dato gar keine Filialen im Ausland. Doch anstatt die Aktion abzublasen heuerte Hans Sixt Studenten an, die binnen 24 Stunden siebzig Autos nach Paris fuhren, wo er am Flughafen eine kleine Station angemietete. Diese Station wurde in den folgenden sechs Monaten allein von seinem Sohn Erich betreut, was Unmengen an Arbeit bedeutete: Tagsüber das Vermietgeschäft, nachts die Pflege und Reparatur der Fahrzeuge. Es lohnte sich: Sixt war erfolgreich ins Ausland expandiert.

Nachdem Sixt 1967 als erstes deutsches Unternehmen in das Leasinggeschäft eingestiegen war, übernahm Erich Sixt, der die Firma bis heute leitet, das Unternehmen 1969 von seinem Vater. Zu diesem Zeitpunkt war Sixt trotz allen Erfolges noch ein vergleichsweise kleiner Anbieter, dem wenige Wachstumschancen eingeräumt wurden. Das sollte sich bald ändern, denn Erich Sixt hatte eine Idee: Er wollte den Deutschen ermöglichen, sich den Lebensstil, den sie sich so nicht leisten konnten, zumindest mieten zu können. Das Gefühl in eine neue Luxuskarosse einsteigen zu können und sich um nichts kümmern zu müssen sollte für jedermann erschwinglich werden. Damals begann Sixt auch, pfiffige und offensive Werbung zu machen, die bis heute ein Markenzeichen des Unternehmens ist: ?Mieten Sie einen Mercedes zum Preis eines Golfs. Buchen Sie First Class, zahlen Sie Economy.".

Von dort an ging es weiter bergauf. Das Geschäftsmodell bediente die Sehnsüchte der Deutschen nach Luxus, die Kooperation mit einer amerikanischen Autovermietung ermöglichte Sixt, das Geschäft für diese Firma in Deutschland zu führen. 1976 schloss Erich Sixts Ehefrau Regine, die auch bis heute im Unternehmen aktiv ist, Verträge mit allen großen Fluglinien und Hotelketten ab. Wenig später, 1977, finden sich an allen großen deutschen Flughäfen Sixt-Filialen. Nach der Gründung der "Auto Leasing GmbH" und der Umfirmierung in "Sixt Autovermietung GmbH" ging Erich Sixt mit seinem Unternehmen 1986 an die Börse. Das ehemals kleine, 1912 gegründete Familienunternehmen war auf seinem Erfolgskurs nicht mehr aufzuhalten. 1994 war Sixt bereits die größte deutsche Autovermietung.

Sixt wird zur Internationalen Branchengröße

Drei Jahre zuvor vereinbarte Regine Sixt Verträge mit internationalen Lizenznehmern, um den Erfolg des Unternehmens im Ausland voran zu treiben. Wenig später wurden Stationen an allen deutschen ICE-Bahnhöfen eröffnet. Enge Kooperationen mit der Deutschen Lufthansa, der Bahn und der Hotelkette Hilton folgten. Ab 1995 war Sixt übrigens der erste deutsche Autovermieter, der auch im Internet vertreten war. Der Sprung zur Internationalen Business-Größe war nun gemacht: Im Jahre 2000 besaß Sixt über unzählige Stationen in Deutschland, hatte an allen wichtigen Verkehrsflughäfen der Welt Filialen eröffnet, verfügte über ein internationales Servicecallcenter zur Koordination des weltweiten Netzes. Erich Sixt erkannte auch die steigende Relevanz des World Wide Web: Ebenfalls 2000 wurde die E-Commerce Plattform "e-Sixt" für Autos und Reisen gegründet.

Heute verfügt Sixt über ein umfassendes Kooperationsnetz mit Autoherstellern, Hotelketten, Flug- und Reiseunternehmen und Onlineunternehmen. Das Unternehmen macht die Menschen an über 4000 Stationen in über 100 Ländern weltweit mobil. Neue Märkte werden erschlossen. So ist Sixt zum Beispiel Vorreiter beim Angebot von energieeffizienten Fahrzeugen und gründete 2011 in Kooperation mit BMW das Carsharing-Unternehmen DriveNow. Bei allem Erfolg gibt das Familienunternehmen Sixt AG auch etwas zurück: So engagiert sich Regine Sixt mit ihrer Stiftung "Tränchen trocknen" weltweit für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern. Außerdem hat das Unternehmen die Wichtigkeit des Themas Umweltschutz erkannt und setzt sich durch vermehrte Verwendung entsprechend ausgestatteter Fahrzeuge in der Flotte für die Entwicklung nachhaltiger Technologien ein. Man darf gespannt sein, was die Zukunft bringt ? die Geschichte des ehemaligen Münchner Kleinunternehmens, das es mit Mut, Durchhaltevermögen und Risikobereitschaft zur Weltmarke gebracht hat ist noch lange nicht zu Ende.

Destinationen, an denen Sie Sixt wahrscheinlich nicht vermutet hätten

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